Tourenplanung, Tourenoptimierung & Messe.

Wie SHK-Großhändler ihre Auslieferung digitalisieren.

Warum SHK-Großhändler ihre Auslieferung vom Papier befreien sollten und was eine durchgängig digitale Tour vom Lager bis zur Unterschrift verändert.

Sechs Uhr morgens im Lager eines SHK-Großhändlers. Die ersten Lieferfahrzeuge stehen bereit. Im Lager warten Kundenbestellungen auf ihre Auslieferung. Die Disposition hat die Aufträge bereits auf die Touren verteilt und dabei Liefergebiete, Fahrzeugkapazitäten und Kundenanforderungen berücksichtigt. Auf dem Schreibtisch liegen die Lieferscheine für die heutigen Touren. Der Fahrer geht die Belege durch, legt anhand seiner Erfahrung und Ortskenntnis die Reihenfolge der Stopps fest und stimmt die Beladung darauf ab. Während die Touren unterwegs sind, bleibt die Disposition bei Rückfragen und kurzfristigen Änderungen mit den Fahrern in Kontakt. Der genaue Tourenfortschritt ist jedoch nicht immer in Echtzeit sichtbar. Ob alle Lieferungen wie geplant erfolgt sind, lässt sich häufig erst nach Rückkehr der Fahrzeuge anhand der unterschriebenen Lieferscheine vollständig nachvollziehen.

Die Beladung ist nur ein Schritt: Erst durchgängige digitale Prozesse machen die Auslieferung im SHK-Großhandel effizient.

Logistik im SHK-Großhandel: ein Sonderfall.

Kaum eine Branche stellt die Auslieferung vor so unterschiedliche Anforderungen wie der SHK-Großhandel. Beliefert werden Handwerksbetriebe ebenso wie Baustellen, oft mit engen Zeitfenstern und wechselnden Ansprechpartnern vor Ort.

Dazu kommt ein Sortiment, das jede Ladeplanung herausfordert:

  • Klein und schwer: Armaturen, Fittings, Pumpen oder Ventile bringen viel Gewicht auf wenig Raum.
  • Groß und leicht: Dämmmaterial, Duschwannen oder Lüftungskomponenten füllen den Laderaum, ohne die Zuladung auszuschöpfen.
  • Der Rückweg zählt mit: Retouren und Leergut werden bei vielen Touren gleich wieder mitgenommen und müssen erfasst werden.

Organisiert ist das vielerorts klassisch: Die Tourenplanung erfolgt auf Basis von Aufträgen und Liefergebieten, das Lager belädt mit Papier-Lieferscheinen, und der Fahrer legt die Reihenfolge seiner Stopps selbst fest. Beim Kunden wird auf Papier quittiert, Retouren und Leergut werden händisch notiert. Die Rückmeldung an Disposition und Verwaltung folgt erst nach der Tour. Jeder Großhändler hat dabei seine eigenen Varianten, das Grundmuster aber ist erstaunlich ähnlich.

Zeitdruck und telefonische Abstimmungen gehören für viele Betriebe noch zum Auslieferungsalltag im SHK-Großhandel.

Wo Zeit und Geld verloren gehen.

Das Problem ist selten ein einzelner Fehler, sondern die Summe kleiner Brüche im Ablauf. Fünf davon begegnen Logistikverantwortlichen im SHK-Großhandel immer wieder:

  1. Medienbrüche: Zwischen Planung, Lager und Fahrer wechselt die Information mehrfach das Medium. Vom ERP aufs Papier, vom Papier in den Kopf des Fahrers und abends wieder zurück ins System. Jeder Wechsel kostet Zeit und birgt Fehlerquellen.
  2. Touren nach Erfahrung: Plant der Fahrer seine Route selbst, entscheidet Erfahrung statt Berechnung. Das funktioniert, ist aber oft nicht optimal und kostet täglich Zeit, die sich über eine Flotte schnell zu Stunden summiert.
  3. Blindflug während der Tour: Ob eine Lieferung bereits angekommen ist, bleibt während der laufenden Tour oft unklar. Für die Disposition ebenso wie für den Innendienst, der Kundenanfragen beantworten muss.
  4. Telefon-Ping-Pong: Aus fehlenden Informationen entstehen Rückfragen zwischen Fahrer und Dispo. Das bindet beide Seiten und lenkt den Fahrer vom Verkehr ab.
  5. Papierkram nach Feierabend: Unterschriebene Lieferscheine, notierte Retouren und Leergut müssen nach der Tour manuell erfasst und abgelegt werden. Diese Nacharbeit landet in der Verwaltung und verzögert die Rechnungsstellung.

Drei Fragen für den eigenen Betrieb.

Wo das eigene Unternehmen steht, lässt sich mit drei einfachen Fragen herausfinden:

  • Arbeiten Sie bei Beladung und Auslieferung noch mit Papier-Lieferscheinen oder bereits digital?
  • Wie kommen die unterschriebenen Liefernachweise heute vom Fahrer zurück in Ihr ERP, und wie lange dauert das?
  • Wie stimmen sich Lager und Fahrer bei der Beladung Ihrer Fahrzeuge ab?

Wer bei mindestens einer Frage zögert, hat Potenzial. Das gilt auch für Betriebe, die bereits ein System nutzen oder mit ihrem Ablauf zufrieden sind: Ein Blick auf den durchgängigen Prozess vom Beladen bis zum digitalen Liefernachweis zeigt oft, wo noch Lücken zwischen Insellösungen klaffen.

Fazit.

Die Digitalisierung der Auslieferung ist im SHK-Großhandel kein Selbstzweck. Sie entlastet Fahrer, Disposition und Verwaltung gleichermaßen und macht den Lieferstatus jederzeit sichtbar. Vor allem beschleunigt sie den Weg vom Liefernachweis zur Rechnung. Gerade für Händler mit eigener Flotte ab etwa zehn Fahrzeugen summieren sich die eingesparten Minuten pro Stopp schnell zu einem spürbaren Effekt. Dass solche Lösungen praxistauglich sind, zeigen Anwender aus Großhandel und Logistik – vom SHK-Großhändler bis zum großen Logistikkonzern.

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