Wählen Sie Ihre Sprache.

Tourenplanung & Tourenoptimierung

Können Drohnen die Logistik und Tourenplanung revolutionieren?

Minuten durchschnittliche Lesezeit

Sie fliegen autonom von Haustür zu Haustür, landen punktgenau – auch auf beweglichen Zielen – und kehren ohne fremde Hilfe zurück zum Startpunkt. Das alles pünktlich, schnell und umweltfreundlich. Logistikdrohnen stehen nicht im Stau, sind nicht an das Straßennetz gebunden und tanken Strom statt fossilen Kraftstoff. Aber erobern Lieferdrohnen tatsächlich die Logistikbranche? Sind sie die ultimative Lösung für die letzte Meile in der urbanen Logistik? 

Ob Effizienzsteigerung, innerstädtische Fahrverbote oder das steigende Sendungsaufkommen – Fahrzeughersteller, Disponenten, Kurierdienste, Stadtplaner und Verkehrsforscher suchen mit Hochdruck nach Alternativen für den innerstädtischen Warentransport und für die Tourenoptimierung in Ballungsgebieten. Neben Lastenfahrrädern, E-Autos oder Mikrodepots stehen Logistikdrohnen im Fokus. So gibt es zahlreiche Pilotprojekte, in denen Paket- und Lieferdrohnen getestet werden. Welches Potenziale haben also die „Unbemannten Luftfahrzeuge“ für die Logistikbranche?

Pilotprojekte der Logistik-Riesen  

Weltweit wird an den kleinen Überfliegern geforscht. Die „Großen“ der Branche, von Amazon über Alibaba bis DHL, testen seit Jahren den Einsatz von Lieferdrohnen. Mit Amazon Prime Air denkt der Versandgigant bereits einen Schritt weiter und will mit fliegenden Distributionszentren intelligente Paketdrohnen ausschwärmen lassen. So sollen die Flugroboter mit Sensoren, Kameras und Gestenbestimmung ausgestattet werden, damit sie die Gestik, Mimik und Akustik von Menschen wahrnehmen können. Darauf sollen sie reagieren und bei Bedarf automatisch ihre Routen anpassen. So kann zum Beispiel das Heranwinken eines Menschen als Signal für die korrekte Auslieferung gewertet werden. Dass sich dies als eine neue Form der dynamischen Tourenplanung durchsetzt, ist aber unwahrscheinlich. So wird weiter an smarten Konzepten gearbeitet, wie sich Logistikdrohnen in Transport- und Verkehrsflüsse und Tourenplanungssysteme einbinden lassen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Datenanalysen und vernetzte Strukturen, um Lieferdrohnen so einzusetzen, dass sie den städtischen Verkehr entlasten können.

Mobile Konsolidierung

Planerisch betrachtet ist die Tourenoptimierung für Drohnen äußerst interessant und anspruchsvoll. Denn realistischerweise kann eine Drohne nur ein oder wenige Pakete auf einmal aufnehmen. Das bedeutet, dass in den meisten Fällen eine Kombination aus einem Zustellfahrzeug und mehreren Drohnen zum Einsatz kommen könnte. Das Zustellfahrzeug bewegt sich durch das Zustellgebiet, während die Drohnen „ausschwärmen“, ein Paket zustellen, zum Fahrzeug zurückkehren, das nächste Paket aufnehmen usw. Dabei kann das Zustellfahrzeug verwendet werden, um die Drohnen bei Bedarf zu beladen und Pakete ggf. auch selbst zustellen. Vor allem wird sich das Zustellfahrzeug zwischen Abflug und Ankunft der Drohnen immer weiter im Gebiet bewegen. Damit entsteht so etwas wie ein dynamischer Konsolidierungspunkt. Nicht nur in der Wissenschaft gibt es erste Arbeiten zur Tourenoptimierung dieser Art. Auch die Automobilindustrie forscht und testet bereits. Mit dem Projekt „Vans & Drones“ und dem vollvernetzten „Vision Van“ hat Daimler ein Transporter-Konzept für die mobile Konsolidierung entwickelt: Transporter dienen dabei als mobile Start- und Landeplätze für Lieferdrohnen. 

Paketkopter im Anflug

DHL hat für die Versorgung von schwer erreichbaren Gebieten 2013 den selbständig fliegenden Paketkopter konzipiert. Nach Testflügen der ersten drei Generationen über den Rhein, zur Nordseeinsel Juist und auf die Winklmoosalm hat der Paketkopter 4.0 nun eine Insel auf dem Victoriasee angeflogen. Mit 130 km/h und 4 kg Last an Bord erzielte die Paketdrohne eine Strecke von 65 km. Obwohl DHL die Paketdrohnen noch nicht für die Massenzustellung einplant, ist vermutlich genau dies das eigentliche Ziel. Immerhin gab es schon einen Test, bei dem sich Post-Mitarbeiter in Bonn Päckchen per Drohne zustellen lassen konnten. 

Noch kein Höhenflug für Transportdrohnen 

Logistikdrohnen haben bereits den Sprung aus dem Science-Fiction-Film in den Alltag geschafft. Doch als Lieferdrohne für die massenweise Zustellung eignen sie sich (noch) nicht. Aufgrund der relativ geringen Reichweite der Akkus und der niedrigen Zuladung können sie den „klassischen“ Lieferdienst nicht ersetzen. Im urbanen Raum liegt aber die größte Herausforderung gerade darin, möglichst viele Güter in kürzester Zeit zu transportieren. Auch die persönliche Annahme eines Pakets per Lieferdrohne ist Zukunftsmusik. Nicht zuletzt wird die Logistikdrohne an der innerstädtischen Enge und an fehlenden Landeplätzen scheitern. 

Ohne Landeplätze ist der Einsatz von Logistikdrohnen nicht denkbar.
Dr. Tore Grünert, Geschäftsführender Gesellschafter

Tourenplanung mit Logistikdrohnen

Foto: Blake Wheeler

Realistischer ist da der Einsatz der kleinen Flugroboter in ländlichen Regionen, abgelegenen Dörfern oder Bohrinseln mit ausreichendem Platz für Landestationen. Apropos Inseln: Island ist in puncto Drohnennutzung Vorreiter. Zurzeit testen der Lebensmittel-Lieferant AHA und der Drohnen-Entwickler Flytrex ein Konzept für den Transport von Pizza, Burger und Co. nach Reykjavik. Auf 13 freigegeben Routen transportieren die Drohnen nun Lebensmittel ins Zentrum der Hauptstadt. 

Perfekte Boten

Ideal ist der Einsatz von Transportdrohnen als Ergänzung von Lieferketten, für die Bedienung von Depots oder für die Automatisierung von Hochregal- und anderen Lagersystemen. Auch die Inventurdrohne, die mit Kameras den Warenbestand erfasst, ist schon im Einsatz. Nicht zuletzt haben sich Logistikdrohnen im innerbetrieblichen Transport auf weitläufigen Firmengeländen bewährt. Für den Flug in Hallen oder zwischen Lagern sind sie die perfekten Boten, zumal hier keine Fluggenehmigungen erforderlich sind. Kommerziell genutzte Drohnen unterliegen nämlich der Luftverkehrsordnung. Im März 2018 hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eine neue Drohnen-Verordnung erlassen, die gewerblichen Nutzern allerdings mehr Möglichkeiten gibt. So heißt es: „Gewerbliche Nutzer brauchten für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen bisher eine Erlaubnis – unabhängig vom Gewicht. Künftig ist für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb von 5 kg grundsätzlich keine Erlaubnis mehr erforderlich. Zudem wird das bestehende generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite aufgehoben. Landesluftfahrtbehörden können dies künftig für Geräte ab 5 kg erlauben.“

Weitere Blogartikel

Tourenoptimierung: Autobahnkreuz bei Nacht

Tourenplanung & Tourenoptimierung

Touren planen, verwalten, konfigurieren, reagieren, optimieren ….

Warum Google Maps in der Tourenplanung begrenzt ist und was ein professionelles Tourenoptimierungssystem […]

Tourenplanung für Labore mit gts

Tourenplanung & Tourenoptimierung

Dank Tourenplanung pünktlich im Labor.

In der Labordiagnostik kommt es nicht nur auf ausgezeichnete analytische Qualität an – auch eine professionelle Logistik hat einen entscheidenden Anteil an unserem Service, wie Stefan Rosenthal, Logistik Manager der Sonic Healthcare Germany, uns im Gespräch bestätigt hat. 

Löschen
cookie.svg

Cookie Hinweis

GTS verwendet Cookies, um Ihren Besuch auf gts-systems.com zu personalisieren. Mit der Nutzung der Website stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.